Die historische Entwicklung in der Welt, in der Schweiz und in Luzern

Die Zeit der Werkmaurer

Die ältesten kirchlichen Bauten auf dem Kontinent und in England wurden von den Mönchsbruderschaften, namentlich von Zisterziensern und Benediktinern erstellt. Diese bauten zu Beginn des 7. Jahrhunderts die Hauptkirchen von Canterbury und Rochester sowie die Paulskirche in Westminster und im 8. Jahrhundert wurde mit dem Bau des Klosters St. Gallen begonnen. Mit der Zeit zogen die geistlichen Bauleute profane (d.h. nicht geweihte) Gehilfen bei, welche sich später dann zu den eigentlichen Erbauern von Kathedralen entwickelten. Aus den ursprünglichen Ordensbruderschaften der Mönche entstanden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert an den Bauwerken der gotischen Dome Laienbruderschaften der Bauleute mit Pflichten, die weniger streng waren als die Ordensregeln: in Deutschland die «Bauhütten», in Frankreich die «Compagnonnage» und in England die «Gild of Masons» Im 11. Jahrhundert leistete der Benediktinerabt Wilhelm von Hirschau im Schwarzwald Vorbildliches auf dem Gebiet des Kirchenbaues unter Beizug englischer Bauleute, während Bauleute aus Gallien in den Diensten der englischen Bauhütten standen. Über diese geschichtlichen Anfänge sind nur spärliche Unterlagen vorhanden, wurde doch die ganze Tradition der Bauhütten ausschliesslich mündlich überliefert, abgesehen von den Stiftungsurkunden, die bei der Gründung einer neuen Bauhütte von einer schon bestehenden Bauhütte erstellt werden musste. Handwerksgilden, die zur Führung eines Wappens und zum Tragen einer Zunfttracht ermächtigt wurden, können in London 1376 nachgewiesen werden. 1677 erhielt die «Society of Freemasons» in London von König Karl II. einen königlichen Freibrief. Um 1400 wurde das «Regius-Manuskript», die älteste bisher bekannte Handschrift, verfasst, ein 794 gereimte Verse umfassendes Poem in alt-englischer Sprache. Es enthält bereits den Ausdruck Loge. Etwa 30 - 40 Jahre jünger ist die zweite wichtige Handschrift, das «Cooke-Manuskript». Diese beiden Schriften überlieferten die alten Ordnungen der Gilde, Stücke von Zunftsagen, Anleitungen zu gewissenhafter Erfüllung der Pflichten und zu sittlichreligiösem Verhalten. Die Gilden von damals gaben sich eigene Ordnungen, die sich auf das sittliche Verhalten der Brüder untereinander und gegen Fremde bezogen und die sich in ritueller Form auf die Bewahrung und Weitergabe der Konstruktionsgeheimnisse ausrichtete. Ihre Gesetze unterschieden sich im Brauchtum in mancher Hinsicht sehr stark von den üblichen Gewohnheiten anderer Korporationen des Handels und Handwerks, insbesondere im Zusammenhang mit den beruflichen Geheimnissen, den genauen Regeln, nach denen eine Aufnahme in die Gilde durchzuführen ist, der brüderlichen Gleichstellung aller Genossen, der Sorge um ihre technische Ausbildung und die eingehenden Vorschriften über das sittliche Verhalten. Die Bezeichnung «Bauhütte» oder «Loge» wurde so für mehr oder weniger fest organisierte Gruppen von Steinbauhandwerkern verwendet, die gemeinsam arbeiteten und der Bezeichnung und Organisation nach zu einem bestimmten Bauvorhaben zuzuordnen waren wie z.B. die Wiener Dombauhütte im 15. Jahrhundert, die Loge an der Marienkirche von Edinburgh oder die Bauhütte am Kölner Dom. Auf einer Steinmetzentagung in Regensburg 1459 kam eine engere Verbindung der bedeutendsten Bauhütten im deutsch-sprachigen Raum zustande, der Hütte der Eidgenossen (Bern), der Haupthütte Wien, der Haupthütte Strassburg und der Haupthütte Köln. An einer weiteren Tagung dieser Bauhütten im Jahre 1563 in Strassburg wurden Zeichen, Schritt und Griff festgelegt und für alle Bauhütten als allgemeinverbindlich erklärt; Geheimnisse die sich fast ausschliesslich durch Überlieferung fortpflanzte und von denen viele mit der Zeit verloren gingen. Versetzen wir uns für eine kurze Weile in die Zeit der grossen Dombauten: Grosse Meister der Architektur, Genies der Statik und der Baukunst arbeiteten an den bedeutendsten Bauwerken der damaligen Zeit:

  • Erwin von Steinbach 1284 zur Zeit des Baues des Strassburger Domes
  • Niklaus von Büren 1445 in Köln
  • Anton Pilgram 1515 am Bau des Stephansdoms zu Wien

Sie alle waren Meister, die ihr fundamentales Wissen einerseits an die am grossen Bauwerk mitarbeitenden anderen Meister weitergaben und die Lehrlinge und Gesellen in der Kunst des Handwerks unterrichteten. Daneben - in der damaligen Zeit nicht anders als heute - Scharlatane und Diebe, die sich das Wissen anderer aneignen wollten, um es anderswo entweder für teures Geld zu verkaufen oder um mit gestohlenem Wissen eine Stellung und einen Wert zu erlangen, die ihnen nicht zustanden. Gegen solche Scharlatane wusste man sich zu schützen, indem nur diejenigen Zugang zu den Versammlungen einer Bauhütte erhielten, die sich mit einem Passwort und einem geheimen Zeichen ausweisen konnten. Die Versammlungen der Bauhütte leitete ein von der Versammlung in freier Wahl bestimmter, gewählter Meister, der als einziger das Privileg hatte, in der Bauhütte zu sitzen - der Meister vom Stuhl. Die nächste Bauetappe oder ein aktuelles Problem der handwerklichen Ausführung der Baukunst wurde im Zentrum der Bauhütte mit Kreide auf den Boden geschrieben. Dies nannte man den Arbeitsplan, der vor Abschluss der Arbeiten säuberlich wieder gereinigt werden musste, damit die Vorlage dem Blick der Uneingeweihten fernbliebe. Die Bauleute, die von einem Bauplatz zu anderen wanderten, durften die Schwelle der Bauhütte nur überschreiten, wenn sie die Symbole vorschriftsgemäss kannten und sich über dieses Wissen auszuweisen vermochten. Das Wahrzeichen der Bruderschaft war der Zirkel und Sinnbilder waren Senkblei, Spitzhammer und Kelle. In dieser Symbolik spielten auch Zahlen, nach denen die Proportionen der Dome gestaltet wurden, eine Rolle. Zu Beginn des 16. Jahrhundert war die Organisation der Bauhütten nicht mehr projektbezogen, sondern ortsgebunden. Diese bruderschaftlichen Verbände, die Stadt- oder Bezirkslogen, denen nicht nur die Werkgenossen, sondern auch deren Frauen und Kinder angehörten, regelten in der Form eines genossenschaftlichen Verbandes handwerkliche und arbeitsrechtliche Fragen wie Lehrlingsausbildung und Zuweisung der Werkzeichen, sie dienten bei der Schlichtung von Streitfällen, schufen Kassen zur Unterstützung von Witwen und Waisen, von kranken und Not leidenden Mitgliedern sowie für die Armen, sie sorgten für Spenden an die Kirchen, an Pilgrime (Pilger) und nicht zuletzt auch für die Vorsorge für ein anständiges Begräbnis ihrer Mitglieder. Der Vollständigkeit halber muss hier auch erwähnt werden, dass es auch Strömungen innerhalb der Freimaurerei gibt, die den Ursprung der Freimaurerei bis in das antike Ägypten zurückverfolgen wollen. Sicher gab es auch schon zur damaligen Zeit, ja seit der Mensch sich aus den Höhlen hinauswagte und begann, Häuser fester Bauart zu erstellen, Vereinigungen von Menschen, die sich mit der Baukunst befassten und deren Geheimnisse bewahrten, denken wir nur an die Baumeister der Pyramiden im alten Ägypten. Die Symbolik, die Überlieferung des Brauchtums lässt jedoch kaum eine Verbindung zu dieser geschichtlichen Epoche zu.

Der Ausdruck «Freimaurer»

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1375 begegnen wir zum ersten Mal dem Ausdruck «Freemason», nämlich in einer Aufzeichnung über eine Versammlung der städtischen Gilden in London. Das Wort «masoun», «massone», «masson» ist französisch- normannischer Herkunft. Über die Bedeutung des Wortes «Freemason» ist man sich nicht einig. Der Zusatz «free» bedeutet nach den einen lediglich die Zugehörigkeit zu einer privilegierten Zunft mit gewissen Freiheiten oder besonderer Freizügigkeit. Wahrscheinlicher aber ist die Vermutung, beim «Freemason» handle es sich um den Behauer des Freestone, jenem feinkörnigen Sand- und Kalkstein, der sich nach jeder Richtung bearbeiten lässt. Ein «Freemason» war demnach ein qualifiziert ausgebildeter Maurer und Steinmetz, der eben diesen freistehenden Stein kunstvoll bearbeiten konnte und der auch über architektonische Kenntnisse verfügte. Das deutsche Wort «Freimaurer» scheint demnach eine schlechte Übersetzung des englischen Wortes «Freemason», das Maurer, Steinmetze, Steinbildhauer und Baumeister bezeichnet, zu sein.

 

Der Wandel von der operativen zur spekulativen Freimaurerei

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Gegen Ende des 16. Jahrhunderts, mit dem Beginn der Renaissance und der Reformation und mit dem Ende des Kathedralenbaus, kam das Steinmetzhandwerk fast völlig zum Erliegen. Im gleichen Masse wie die operative Maurerei, d.h. die bauhandwerkliche Tätigkeit, zurückging, wurden vor allem in die schottischen und später auch in die englischen Organisationen Nichtmaurer aufgenommen, so genannte «angenommene Maurer», die sich aus allen Berufsständen, am wenigsten jedoch aus den handwerklichen, rekrutierten. Damit hat die spekulative, d.h. die geistige Maurerei, ihren Anfang genommen. Es handelt sich dabei um ein Phänomen, dessen Ursprung bis heute nicht vollständig durchleuchtet werden konnte. Was suchten «berufsfremde» Menschen in den Bruderschaften der Logen? War es die brüderliche Gemeinschaft, die in Traditionen verhaftete Geselligkeit, war es ästhetisches oder technisches Interesse an der Baukunst, Interesse an der Vergangenheit oder der Wunsch nach Geselligkeit?
Letztere hätte man auch in anderen Standeszirkeln finden können, etwa beim Militär oder in den Zünften.
Es war auf jeden Fall mehr. Von jeher haben Symbol und Ritual, vor allem aber geheim gehaltene Gebräuche die Phantasie und Neugierde der Aussenstehenden erregt. Sie werden wohl den äusseren Anlass gegeben haben für den Zustrom geistig interessierter Mitglieder. So entwickelte sich aus der operativen Maurerei, ausgehend von der Grundlage der alten Steinmetzbruderschaften, eine «Gesellschaft der Freimaurer», die sich mit spekulativer Maurerei befasste.

Die Zeit der Aufklärung

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Betrachten wir den kulturellen Wandel des Abendlandes in dem Zeitraum seit der operativen, also bauhandwerklichen Tätigkeit der Bauhütten im 11. bis 13. Jahrhundert bis zur eigentlichen Begründung der spekulativen, d.h. geistigen Tätigkeit der Logen zu Beginn des 18. Jahrhunderts, so finden wir in diesem Zeitraum jene Entwicklung, welche das Abendland durchmachte um das Mittelalter völlig zu überwinden:

  • die Erkenntnisse eines Kopernikus, eines Johannes Kepler und eines Galileo Galilei von der Himmelsmechanik, welche das ganze geistig-religiöse Weltbild des Abendlandes umstürzte, die Entdeckung Amerikas zur Folge hatte und damit den Besitz der Welt durch das Abendland einleitete
  • die Reformation, Inquisition und Gegenreformation mit all ihren Folgen als grösste innere Erschütterung des Abendlandes
  • der durch die Reformation eingeleitete Kampf gegen den überlieferten Autoritätsglauben und gegen die Bevormundung durch weltliche und geistliche Obrigkeiten auf geistigem Gebiet


In diesem geschichtlichen Umfeld entstand als Produkt der damaligen Gesellschaft die Freimaurerei. Hier liegt wohl auch die Erklärung für die schnelle Verbreitung der Freimaurerei über die ganze Welt. Sie kam zur weltgeschichtlich richtigen Stunde und breitete sich sehr rasch über die ganze Welt aus. In den Jahren 1725 - 1750, also innerhalb von nur einem Vierteljahrhundert, gab es in fast allen Ländern der Erde Freimaurerlogen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand eine Vielzahl «quasifreimaurerischer» Gesellschaften und Orden. Diese Verbindungen verfügten vielfach über phantasievolle - oft aus orientalischen, antiken und auch christlich-mittelalterlichen Kulten rezipierte - und teilweise auch harmlosblutrünstige Rituale, unbekannte Ordensobere und ähnliches. So entstanden im Schatten dieser schnellen Entwicklung ähnliche Vereinigungen wie zum Beispiel der Illuminantenorden, der Orden der Rosenkreuzer, die Schamanen oder der Orden der Tempelritter u.a.m. Bis in die heutige Zeit hinein werden sie immer wieder mit der Freimaurerei in Zusammenhang gebracht oder mit ihr verwechselt. Sie hatten und haben aber weder von der Organisation noch von der Zielsetzung her etwas mit Freimaurerei zu tun.

Die Entwicklung der heutigen Freimaurerei

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Der organisatorische Grundstein zur heutigen Freimaurerei wurde am 24. Juni 1717 mit der Vereinigung von vier Steinmetzbauhütten in London zur ersten Freimaurer-Grossloge der Welt gelegt. Den geistigen Grundstein legte 1723 der Prediger James Anderson, indem er mit den «Old Charges» (Alte Pflichten) und den «Old Landmarks» (Alte Landmarken), die erste authentische freimaurerische Konstitution, die heute noch gültig ist, zum ersten Mal schriftlich festhielt. Darin kamen vor allem der Gedanke der Toleranz und der Brüderlichkeit aller Menschen zum Ausdruck, was dem Geist der anbrechenden Aufklärung entsprach. Die aktiven Bauhütten vertraten nunmehr die Thesen der Aufklärung und traten für tolerantes Religionsverständnis ein. Fortan baute man keine Dome und Schlösser mehr sondern baute am geistigen Tempel der Humanität. In den «Alten Pflichten» liegt auch das eingangs erwähnte Verbot der Einmischung in religiöse und politische Fragen begründet, heisst es doch darin: «...daher dürfen keine Privathändel und Streitigkeiten über die Schwelle der Loge mitgebracht werden, am allerwenigsten Streitigkeiten über Religion oder Nationen oder Staatsverwaltung. Denn wir gehören als Maurer bloss zu der allgemeinen Religion, auch sind wir von allen Nationen, Zungen, Geschlechtern und Sprache...»

Der Zweite Weltkrieg

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Dunkle Schatten fielen auf die Bewegung der Freimaurer mit der Macht- übernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich. Bereits vor der Machtergreifung Hitlers wurde die Freimaurerei insbesondere von General Erich Ludendorff (1865 - 1937) scharf angegriffen und 1933 von den National-sozialisten verboten. Die humanitären Logen in Deutschland begannen sich 1933 unter dem politischen Druck selbst aufzulösen. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft, die den Freimaurern «Weltverschwörungspläne unter der Direktive geheimnisvoller Oberer» und das Anstreben einer Weltherrschaft nachsagte, schloss in Deutschland und in allen besetzten Ländern die noch verbleibenden Logen, konfiszierte ihre zum Teil nicht unbeträchtlichen Vermögen und verfolgte deren Mitglieder. Diese Situation wirkte sich auch in den angrenzenden Ländern aus. Beeinflusst durch diese Gesinnung kam am 28. November 1937 in der Schweiz die von den Fronten lancierte «Fonjallaz-Initiative» zur Abstimmung: Art. 56 der Bundesverfassung, der dem Schweizervolk die Vereinsfreiheit garantiert, sollte durch die Aufnahme eines Zusatzartikels «Verbot der Freimaurerei» ergänzt werden, was allerdings bei einer Stimmbeteiligung von 64,6% von 68,7% der Stimmenden und von allen Kantonen mit Ausnahme des Standes Fribourg abgelehnt wurde. Trotz diesem günstigen Abstimmungsresultat liefen die Zeitumstände gegen die Freimaurer. Die Ludendorffsche und nationalsozialistische Antipropaganda und die Verfolgung der Freimaurer im Deutschen Reich wirkte sich auch in der Schweiz negativ auf den Bestand der Freimaurer aus. Der erwartete Nachwuchs blieb aus und die schweizerischen Freimaurerlogen drohten zu vergreisen.

Die Entwicklung der Freimaurer in der Schweiz

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In der Schweiz wurden die ersten Logen um 1740 in Genf, Lausanne und Zürich gegründet. Durch die politische und religiöse Gärung, welche der französischen Revolution vorausging und die dadurch entstandenen schweren inneren Erschütterungen brachten allerdings Ende des 18. Jahrhunderts das schweizerische Logenleben fast durchwegs zum Erliegen. Nach der französischen Revolution, zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwachte die Freimaurerei in der Schweiz aufs Neue. 1844 wurde in Zürich die Schweizerische Grossloge ALPINA gegründet. Entscheidend mitgewirkt an dieser Gründung haben

  • der Zürcher Historiker Johann Jakob Hottinger, der erster Grossmeister der Schweiz wurde
  • Johann Caspar Bluntschli, der grosse Rechtsgelehrte sowie
  • der Magistrat Jonas Furrer, welcher massgeblich bei der Schöpfung der schweizerischen Bundesverfassung mitwirkte und der 1848 erster Bundespräsident der Schweiz wurde


Nach Gründung der Grossloge bis gegen das Jahr 1930 erlebte die Freimaurerei in der Schweiz einen beachtlichen Aufschwung.

Die Freimaurerloge in Luzern

Die Luzerner Freimaurerloge hat ihren Ursprung in St. Urban. Der Domini-kanerpater Ludwig Rudolf Meyer von Schauensee, damaliger Kanzler und Verwalter des Vermögens und der ausgedehnten Güter des dortigen Klosters, wurde 1840 im Alter von 34 Jahren in die Berner Loge «Zur Hoffnung» aufgenommen. Nach Aufhebung des Klosters St. Urban 1848 trat Ludwig Rudolf Meyer ins Privatleben. Seiner Initiative ist die Gründung der luzernischen Spar- und Leihkasse, der heutigen Luzerner Kantonalbank, zu verdanken, deren erster Verwalter er wurde. Zusammen mit dem Lehrer und Organisten von St. Urban, Josef Graber von Grossdietwil, welcher 1849 in Aarau in den Freimaurerbund aufgenommen wurde, gründete Ludwig Rudolf Meyer von Schauensee 1850 zusammen mit anderen Freimaurern aus der näheren und weiteren Umgebung eine freimaurerische Konferenz im Wildenmann zu Luzern, und am 20. Januar 1904 entstand daraus mit de wurde an der Murbacherstrasse 15 in Luzern ein Logengebäude erstellt, welches noch heute im Besitz der Loge ist. In den ersten 25 Jahren wurden durch die Mitglieder der Luzerner Freimaurerloge eine Reihe humanitäre und karitative Werke geschaffen, die vor allem in früheren Zeiten eine segensreiche Rolle in Luzern gespielt haben wie z.B. das Brockenhaus (1906), das Blindenheim in Horw oder auch die «Freie Vereinigung Gleichgesinnter» u.v.a.m. (Suppenanstalt, Verein für Kranken pflege, Luzerner Lungen- sanatoriumsverein, Lese- und Wärmestube, Städtisches Altersasyl, Feuerbestattungsverein, Samariterverein). Ab 1933 begannen sich auch in der Luzerner Freimaurerloge die Fonjallaz-Initiative und die nationalsozialistische Antipropaganda auszuwirken. Freimaurer, die sich in ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Existenz durch die weitere Zugehörigkeit zum Bund gefährdet sahen, traten aus. War der Bestand der Loge anfangs der 30er Jahre noch 105 Mitglieder, so dezimierte sich der Bestand auf weniger als 40 bei Kriegsende 1945. Heute vereinigt die Luzerner Freimaurerloge als einzige Freimaurerloge der Zentralschweiz ca. 55 Freimaurer aus den Kantonen Luzern, Zug, Schwyz, Ob- und Nidwalden und Uri.